Apr
04
2011
Forscher züchten Bakterien aus dem Verdauungstrakt im Labor nach.
In Zukunft kann jeder seine ganz persönliche Darmflora im Labor nachzüchten lassen. Das zeigt ein Versuch eines US-Forscherteams, bei dem es erstmals gelang, die individuellen Mikrobengemeinschaften aus dem Darm zweier Freiwilliger jeweils eins zu eins in eine Laborkultur zu überführen. Damit sei der Weg zu völlig neuen Möglichkeiten geebnet, einen Zusammenhang zwischen Veränderungen der Darmflora und einer Erkrankung aufzuspüren, berichten die Wissenschaftler. So könne nun viel einfacher getestet werden, ob beispielsweise bei Übergewichtigen bestimmte Mikroorganismen dominieren, die bei schlankeren Menschen nicht in gleichem Maß vertreten sind. Die neue Methode sei daher ein wertvolles Werkzeug für die Medizin, schreibt das Team.
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Jul
05
2010
Streit unter Mikroben löst beim Menschen gefährliche Infektionen aus.
Bekämpfen Bakterien im Menschen einander, erleidet der Wirt meist Kollateralschäden. Ein US-Forscherteam hat in einer Studie festgestellt, warum zunächst harmlose Bakterien zu einer lebensgefährlichen Bedrohung werden: Die Mikroben stehen in einem ständigen Konkurrenzkampf um die besten Standorte zur Besiedelung des Menschen. Einige haben dabei besondere Waffen entwickelt, die unangenehme Nebenwirkungen haben. So kann etwa der Wettstreit zwischen zwei Bewohnern der Nasenschleimhaut auch schwerwiegende Infektionen beim Menschen auslösen wie eine Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung. Bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten müsse deshalb künftig auch die Interaktion der Mikroben berücksichtigt werden.
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Jun
29
2010
Biochemiker erhöhen Hitzeresistenz beim Bakterium Escherichia coli
Mit der Produktion von Hitzeschutzproteinen passen sich Bakterien an höhere Temperaturen an. Allerdings kostet der Schutz Kraft: Die Mikroorganismen wachsen dadurch langsamer. Das hat ein Forscherteam der Technischen Universität München (TUM) festgestellt, als es durch Züchtung das Bakterium Escherichia coli an ein Überleben bei Temperaturen von über 48,5 Grad Celsius gewöhnte – 11,5 Grad mehr als die übliche Wohlfühltemperatur. Die Mikroben produzieren bei Hitze das Protein GroE. Diese wiederum stabilisiert andere Proteine, die bei hohen Temperaturen ihre Form verlieren.
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Jun
07
2010
Referenzbibliothek als Grundlage für weitere Forschungen geschaffen
Houston/Rockville (pte/21.05.2010/10:00) – Die gesamte DNA-Sequenz von 178 Mikroben, die in oder auf dem menschlichen Körper leben, ist von einem amerikanischen Wissenschaftlerteam entschlüsselt worden. Untersucht werden soll nun, wie die große Menge an Keimen, die Haut, Mund, Magen und Brustkorb bevölkern, Krankheiten verursachen können. Das Konsortium plant das Genom von 900 Bakterien und Viren zu analysieren. Die ersten in Science http://www.sciencemag.org veröffentlichten Forschungsergebnisse werden in Zukunft als Referenzbibliothek dienen, um neu entschlüsselte Sequenzen in einen Kontext zu stellen.
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Mai
17
2010
Gute Mikroben in der Landluft: Bioaerosole können vor Allergien schützen
Es ist eines der größten Rätsel der Immunologie: In den Industrieländern leiden 20- bis 60-mal so viele Menschen an Allergien wie in den Entwicklungsländern. Es ist ein Fluch des Fortschritts, wie sich eindrücklich in einer neuen Untersuchung aus der Mongolei gezeigt hat: In den Dörfern haben neun bis dreizehn Prozent der Bewohner eine Allergie, in den Städten sind es schon 12 bis 25 Prozent und in der Millionenstadt Ulan Bator 18 bis 31 Prozent. Mit der Verstädterung steigt offensichtlich die Gefahr, dass das Immunsystem fehlgeleitet wird.
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